Über
GIZMOH arbeitet an der Schnittstelle zwischen Illustration und Malerei. Rohe Materialien – Zeitungsseiten, Kaffeesäcke, alte Tapeten – werden zum Bildträger. Schwarz und Rot dominieren. Die Arbeiten sind großformatig, direkt, ohne Kompromisse.
Neben der bildenden Kunst produziert GIZMOH elektronische Musik – Ambient, Dark Techno, Experimental. Beide Praktiken nähren sich gegenseitig.

Artist Statement
Kennst du das, wenn ein Song dich so trifft, dass du ne Woche lang nichts anderes hören kannst? So geht's ihm. Mit allem.
Er malt auf Zeitungen aus aller Welt. Auf Kaffeesäcke aus Asien, Afrika, Südamerika. Auf Ornamenttapeten.
Seine Farben: Rot und Schwarz. Blut und Nacht. Die Farben fressen sich in die Fasern, in das vergilbte Papier, in die Struktur, die er unter der Farbe begräbt.
Warum? Weil weiße Leinwände nichts erlebt haben.
Er hat Vieles studiert – im Grunde alles, was einen Menschen entweder klüger macht oder endgültig fertig. Bei ihm war's beides.
Tagsüber der eloquente Creative Director mit Stationen in Singapur, San Francisco und London. Red Dots in der Vitrine. Strategie. Design. Branding. Lächeln. Händeschütteln. Das Übliche.
Dann kommt sie. Die Frau im Akt, die sich nicht ins Licht stellt, sondern im Halbdunkel wartet. Wo die Schatten fallen auf Haut, auf Linien, auf diesen einen Punkt zwischen Hals und Schulter, der ihn nicht schlafen lässt. Das Portrait, das ihn aus der Dunkelheit ansieht – nicht vorwurfsvoll, eher so, als wüsste es etwas, flüsternd. Dass Schönheit erst im Schatten richtig anfängt. Dass Licht nur die Oberfläche zeigt. Dass die Wahrheit da liegt, wo keiner hinschaut.
Zwischendurch spielt er Gitarre, Klavier, Saxophon. Und wenn das nicht reicht, holt er die Synthesizer raus. So viele, dass man denken könnte, er wolle eine Armee damit ausrüsten. 3D-Mappings, audiovisuelles Geficke – alles, um den Lärm im Kopf nach draußen zu kriegen.
Und dann destilliert er Gin. Aus Langeweile. Oder weil er checken will, ob sich Sehnsucht brennen lässt. Tut sie nicht. Aber schmeckt scheiße gut.
Sein Humor ist das Echo, gefiltertes Chaos dieser absurden Welt. Tiefschwarz. Trocken. Blitzschnell, bewusst unpassend und immer auf der Lauer. Ein Lachen, das sagt: Du bist am Arsch. Ich bin am Arsch. Wir sind alle am Arsch. Aber wenigstens sind wir im Hier, im Jetzt, das reicht für den Moment.
Vielleicht ist Chaos nur die Art, wie kreative Leute Ordnung nennen, wenn sie keine Ahnung haben, was sie da eigentlich tun.
Und vielleicht ist das okay. Vielleicht reicht es ja, morgens aufzuwachen und zu denken: Heute wird chaotisch. Und dann loszulegen.
Er macht das. Jeden Tag.
Ich glaube, er ist ganz glücklich damit.